Lektion 1, Thema 1
In Bearbeitung

Impuls: Retrospektiven – Deine Lern-Pausen (20 Minuten) Copy Copy

In dieser Challenge hast Du jede Woche Retrospektiven durchgeführt. Und zwar in jeder Session. Auch heute hast Du Dich beim Check-In gefragt, wie es Dir letzte Woche ergangen ist. Und in den letzten Wochen hast Du bei jedem Check-Out reflektiert, welche Erkenntnisse Du aus der Session gewonnen hast und wie Deine nächsten Schritte sind. Wir haben Dich in Woche 8 und 9 ganz explizit ermutigt, Deine Experimente zu reflektieren und Dir Feedback bei anderen einzuholen.

Das alles sollte dazu beitragen, Dir Deine neuen Erkenntnisse, Handlungs­mus­ter und Denkmodelle bewusst zu machen. Damit Du nachjustieren kannst. Da­mit Du feiern und das, was gut war, verfestigen kannst. Kurz gesagt, damit Du lernst.

Baue Retrospektiven in Deinem Leben ein! 

In dieser Challenge hast Du in 4 Etappen gelernt:

  • Dein Verhalten, Deine Haltung und Dein Umfeld bewusst wahrzuneh­men.
  • In der Selbstverantwortung zu sein und Du selbst die Veränderung zu sein, die Du haben möchtest.
  • Experimente durchzuführen, daraus zu lernen und Selbstvertrauen auf­zubauen.
  • Mit Selbstüberwindung Deinen Lernprozess trotz mancher Schmerzen durchzuziehen.

Mit Retrospektiven unterstützt Du diesen Lernprozess:

  • Selbstbewusstheit: Was habe ich beobachtet? Was war günstig? Was war ungünstig?
  • Selbstverantwortung: Was kann ich tun, um das Günstige zu bewirken oder zu verstärken?
  • Selbstvertrauen: Welche konkreten Maßnahmen/Experimente helfen mir meine Haltung zu verstehen?
  • Selbstüberwindung: Welche Anpassungen kann ich vornehmen? Wie kann ich dranbleiben?

Achte bei Retrospektiven auf Deine Haltung:

  • Bitte setze die Wachstumsbrille auf und lege die Urteilsbrille ab! Nutze Dein dynamisches Selbstbild!
  • Sei offen für Fehler, denn sie sind nützlich!
  • Achte darauf, dass Dein Lernprozess für Dich sinnvoll, umfassend und handhabbar ist! Achte darauf, dass Dein Ziel für Dich bedeutsam und wichtig ist, dass es klar und emotional aufgeladen ist. Achte darauf, dass Du es verstehst und begreifst. Achte darauf, dass es sich für Dich erreich­bar anfühlt.

Nimm Dir also in regelmäßigen Abständen Zeit, um zu Lernen. Im agilen Pro­jektmanagement gehören Retrospektiven ans Ende eines Sprints, z.B. alle zwei Wochen.

  • Was habe ich wahrgenommen? Was war in den letzten zwei Wochen günstig oder ungünstig?
  • Welches Feedback habe ich von anderen bekommen?
  • Kann ich die Ursachen des Günstigen erkennen?
  • Was kann ich tun? Welche Maßnahmen kann ich einleiten, um das Günstige zu verstärken?

„Was Lebewesen gegenüber allen nicht lebendigen Gebilden auszeichnet, ist ihre Fähigkeit, durch Veränderungen in ihrer Außenwelt ausgelöste Störungen ihrer inneren Ordnung durch die Aktivierung bestimmter in ihrem Inneren angelegter Reaktionsmuster wieder auszugleichen. (…) Die damit einherge­hende wiederholte Aktivierung bestimmter innerer Reaktionsmuster hat zur Folge, dass diese im Rahmen der jeweiligen Möglichkeiten gebahnt, erweitert und damit zunehmend leichter aktivierbar und effizienter wirksam werden“[1].

„Und wenn ein einmal entstandenes und auf diese Weise in Form spezifischer Netzwerkstrukturen verankertes Denk-, Fühl- oder Handlungsmuster immer wieder mit großer Begeisterung aktiviert wird, entstehen – bildlich ausge­drückt – im Gehirn aus anfänglich herausgebildeten Wegen allmählich Straßen und womöglich sogar Autobahnen“[2].

Wir wünschen Dir, dass Du mit dieser Challenge Deinem Ziel nähergekommen bist, dass Du einen Weg für Dich finden konntest und dass daraus eine Auto­bahn entsteht!

Hinweise zur Vertiefung

Bücher:

J. Andresen, Retrospektiven in agilen Projekten, Ablauf, Regeln und Methodenbausteine. München : Carl Hanser Verlag, 2017. 978-3-446-45262-6.

G. Hüther, Mit Freude lernen – ein Leben lang. Göttingen : Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, 2016. ISBN 978-3-647-99768-1.

[1] Vgl. (Hüther, 2016), S.21

[2] Vgl. (Hüther, 2016), S.30