Lektion 1, Thema 1
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Thema: Schatten Teil 1: Definition und erkennen eigener Trigger Copy

Thema: Schatten Teil 1: Definition und erkennen eigener Trigger

 

Heute beschäftigen wir uns mit dem Thema Schatten oder auch Trigger. C.G. Jung hat den Begriff des “Schatten” geprägt und gesagt: »Der Schatten ist alles das, was du auch bist, aber auf keinen Fall sein willst«.

 

C.G. Jung beschreibt den »Blick in den Spiegel des Wassers« …  »Wer zu sich selber geht, riskiert die Begegnung mit sich selbst. Der Spiegel schmeichelt nicht, er zeigt getreu, was in ihn hineinschaut, nämlich jenes Gesicht, das wir der Welt nie zeigen, weil wir es durch die Persona, die Maske des Schauspielers, verhüllen. Der Spiegel aber liegt hinter der Maske und zeigt das wahre Gesicht. Dies ist die erste Mutprobe auf dem inneren Wege, eine Probe, die genügt, um die meisten abzuschrecken, denn die Begegnung mit sich selber gehört zu den unangenehmeren Dingen, denen man entgeht, solange man alles Negative auf die Umgebung projizieren kann.«

Die “Schatten” werden in der Regel in der frühen Kindheit als automatische Mechanismen in unserem Unterbewusstsein angelegt, um uns vor Notlagen zu schützen. Das kann dazu führen, dass bereits bei ersten Anzeichen das Unterbewusstsein unangenehme Gefühle sendet um uns vor der drohenden Not zu bewahren. C.G. Jung unterscheidet dabei zwischen ICH und SELBST. Dabei wird die bewusste, die helle Seite vom ICH vertreten, das SELBST ist die gesamte Psyche einschließlich der unbewussten, dunklen Anteile. Vergleichen wir mit dem Eisberg-Modell, ist das bewusste ICH an der Oberfläche, das unbewusste SELBST unter der Oberfläche. Oft lösen die Dinge, die wir nicht von uns kennen, Unsicherheit, Scham, Ängste oder auch Wut aus. Wenn wir also zu unserem Selbst kommen wollen, sollten wir uns unserer Schatten bewusst werden.

Du erkennst diese verborgenen Schatten durch die eigenen Emotionen in bestimmten Situationen, bei bestimmten Aussagen oder Verhaltensweisen von anderen,  z.B. wenn jemand etwas sagt, was du nicht zulassen kannst. Wenn tiefe oder intensive abwehrende Gefühle auftreten und diese augenblicklich entstehen. Dies können Vorwürfe oder Andeutungen von Vorwürfen sein, auch in Gestik und Mimik. In Partnerschaften sind diese Mechanismen immer wieder erkennbar und die Themen wiederholen sich oft. Aber auch im beruflichen Umfeld treffen wir die Schatten sehr häufig an. Dadurch prägen sich häufig Einstellungen und Vorannahmen gegenüber unseren Mitmenschen, die für beide Seiten belastend und irritierend sein können.

Das, was dich im Außen aufregt oder dich betroffen macht, hat oftmals seine Ursachen in deinem Inneren. Hier zu forschen, bietet dir die Chance, dich noch besser kennen zu lernen. Die Kombination, sich die inneren Trigger und Emotionen anzusehen UND gleichzeitig achtsam zu sein (im Moment, bewusst und wertfrei) kann sehr heilsam und befreiend sein.

Gerade für dich als Führungskraft ist es wichtig, dass du deine Schatten oder Trigger kennst, damit du sie nicht nur identifizieren, sondern auch aktivfit ihnen umgehen kannst. Wenn du beispielsweise den Trigger hast “Du bist faul”, dann kann es sein, dass du unbewusst darauf mit Überaktivität reagierst und immer das Gefühl hast, nicht genug zu tun. Dabei kann dies einfach nur ein Hinweis sein, dass du mehr entspannst und relaxt. Mit der nachfolgenden Übung kannst du deine Trigger identifizieren.